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View Full Version : Social Networking für mehr Bildungschancen


sarahtheinert
16.09.2008, 16:37
http://www.readers-edition.de/2008/09/16/social-networking-fuer-mehr-bildungschancen/
Dienstag, den 16. September 2008 um 15:56 Uhr von nicole oppelt (http://www.readers-edition.de/autor?user_id=oppie)

Mutmachen via Internet. Arbeiterkinde.de gibt Informationen und räumt auf mit Vorurteilen. Photo: screenshot “Du machst bald Abitur und überlegst, ob Du eine Ausbildung absolvieren oder studieren sollst? Du möchtest gerne studieren, aber Du bist unsicher, weil noch niemand in Deiner Familie studiert hat? Du würdest gerne studieren, weißt aber nicht, wie Du es finanzieren sollst?”, fragt arbeiterkind.de (http://www.arbeiterkind.de/) gleich auf der Startseite seiner Internetpräsenz. Die Gewinner des Engagementpreises 2008 (http://www.engagementpreis.de/) sind sich sicher: “In Deutschland lässt sich die Wahrscheinlichkeit, ob ein Kind studieren wird, am Bildungsstand der Eltern ablesen.”
Laut einer aktuellen Sozialstudie des Deutschen Studentenwerks würden 83 von 100 Akademikerkindern ein Hochschulstudium aufnehmen. In nicht-akademischen Familien sähe das mit 23 von 100 Kindern schon ganz anders aus. Doch diese Zahlen basieren ihrer Meinung nach nicht nur auf finanziellen Unterschieden. Vielmehr bestehe die eigentliche Benachteiligung in einem großen Informationsdefizit.
Arbeiterkind.de will genau hier ansetzen - und zwar sowohl im Internet als auch direkt an der Basis. In verschiedenen Rubriken wie “Warum studieren? (http://www.arbeiterkind.de/warum/)“, “Studienplatz organisieren (http://www.arbeiterkind.de/studienplatz/)” oder “Praktika absolvieren (http://www.arbeiterkind.de/praktika/)” sollen allen Betroffenen die Informationen zur Verfügung gestellt werden, die sie für diesen entscheidenden Schritt in ihrem Leben brauchen und darüber hinaus natürlich der Mut mitgegeben werden, den sie durch ihre eigene Familie oft nicht erhalten. Ganz gleich ob es um spätere Berufsperspektiven, BAföG oder Stipendien geht, die derzeit sechs ehrenamtlichen Team-Mitglieder um Gründerin Katja Urbatsch, die überwiegend selbst aus nicht-akademischem Hintergrund stammen, stehen seit Mai dieses Jahres mit Rat und Tat zur Seite. Unterstützt werden sie dabei von rund 60 freiwilligen Mentorinnen und Mentoren, die nicht nur in lokalen Gruppen direkt vor Ort helfen ein Studium zu organisieren, sondern darüber hinaus auch untereinander sehr gut vernetzt sind.
“Mit der Plattform CommSy können wir allen MentorInnen gleichzeitig Informationen und Anregungen für ihre Arbeit vor Ort mitteilen”, erklärt Urbatsch den Zusammenhalt im Netz. “Gleichzeitig haben wir in der Zentrale jederzeit einen Überblick über lokale Aktivitäten. Nicht zuletzt können sich die MentorInnen untereinander über ihre Aktivitäten austauschen: Jederzeit und überall wo es Internet gibt.” Doch gesucht werden natürlich immer noch mehr (http://www.arbeiterkind.de/mentoren.php#commsy). Der Traum: Ansprechpartner für Schüler und Studenten an jeder deutschen Universität.
“Vom Schreiner zum Politologen”
Es geht also social networking für mehr Bildungschancen. Bereits vier Wochen nach dem Start konnten schon knapp 5000 Besucher auf der Internetseite verzeichnet werden. So manch dort kennen gelernter Lebensweg wie etwa der “vom Schreiner zum Politologen” gleicht verdächtig dem eigenen.”Bildung ist der sicherste Weg, mit seinem Leben etwas anfangen zu können”, betont Urbatsch (http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?key=standard_document_34284242&rubrik=5710), die sich noch gut an ihre ersten unsicheren Schritte im studentischen Alltag erinnern kann, entschieden. Die 29-jährige Gießenerin, die mittlerweile promoviert, kennt die Probleme von Arbeiterkindern aus erster Hand. “Ich hatte keinen Vater, der mal eben meine Magisterarbeit korrigiert hat oder mit dem ich thematisch darüber reden konnte”, erzählt sie von den Schwierigkeiten, die viele Mitkommilitonen einfach nicht haben.
Ab Herbst 2008 zieht es sie deshalb auch raus aus dem Internet. Als Modellprojekt plant die Initiative Informationsveranstaltungen an Schulen mit gymnasialer Oberstufe am Standort Gießen. Ausgeweitet werden soll diesess angebot langfristig sowohl auf Veranstaltungen für Studierende als auch auf weitere deutsche Standorte.