reiners
30.10.2008, 07:28
Hinrichs: Das Geschäft machen unsere Kunden
29.10.2008
Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Kreditklemme – was anderen Unternehmern Angstschweiß in die Stirn treibt, sieht Xing-Gründer Lars Hinrichs als Chance. „In der Krise braucht man Kontakte und die gibt es bei uns“, sagt er im Gespräch mit €uro am Sonntag Online.
Von Sabine Gusbeth
Von Krise ist bei dem börsennotierten Web 2.0-Unternehmen Xing keine Spur. Im Gegenteil, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender Lars Hinrichs stellt aktuell „einen Run auf die Plattform“ fest. Denn „in der Krise braucht man Kontakte und die gibt es bei uns“, so der Xing-Gründer. Das Netzwerk habe „noch nie so viele neue Nutzer gewonnen wie aktuell“.
Erstaunlich dabei ist, dass das Social Network nicht wie viele andere Internetfirmen seinen Umsatz aus Online-Werbung generiert, sondern über Premiummitglieder, die bereit sind 5,95 Euro im Monat zu bezahlen. Inzwischen zählt Xing als Marktführer in Europa über 6,5 Millionen Nutzer, davon mehr als eine halbe Million zahlende Mitglieder – die Haupteinkommensquelle des Unternehmens. Hinrichs sieht sich und sein Unternehmen damit als Krisengewinner. „Es gibt kein Quartal, in dem wir weniger Umsatz gemacht haben als im Vorquartal“, sagt der Chef des Social Networks. Im Oktober meldete das börsennotierte Web 2.0 Unternehmen ein neues Rekordergebnis: In den ersten neun Monaten dieses Jahres konnte Xing den Umsatz auf 25,09 Millionen Euro fast verdoppeln. Basis dafür sind die stetig steigenden Mitgliederzahlen. Hinrichs betont: „Wir sind ein Plattform-Dienstleister, das Geschäft machen unsere Kunden“.
Übernahmekandidaten werden immer billiger
Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Kreditklemme – all dies scheint den Xing-Chef nicht zu belasten. Sein Unternehmen sei schuldenfrei, generiere „einen gigantischen Cash-Flow und wir haben über 40 Millionen Euro auf der Bank“. Mit dem Geld, das das Unternehmen zur Verfügung habe, „können wir interessant kaufen und deutlich weniger ausgeben als vorher gedacht“. Er beobachte aufmerksam den Markt auf der Suche nach neuen Einnahmequellen und neuen Märkten in Europa, aber auch weltweit.
Vor Konkurrenten wie LinkedIn, dem großen US-Business-Netzwerk, das immer wieder den Einstieg in den deutschen Markt ankündigt, fürchtet sich Hinrichs nicht. „Wir haben das Netzwerk. Wir haben die Vernetzung der Mitglieder und wir haben ein funktionierendes Geschäftsmodell“, die Einstiegsbarrieren auf dem deutschen Markt seien damit hoch, so der Platzhirsch.
Neue Geldquellen
Neben den zahlenden Premiummitgliedern spielen bei Xing neue Geschäftsmodelle im B2B-Bereich eine wachsende Rolle. Den Anfang hat das Unternehmen in diesem Jahr mit der Einführung von Stellenanzeigen und Werbung gemacht. Doch auch hier ist die Geschäftsbasis das Netzwerk, die Xing-Mitglieder. „Je mehr Kunden wir haben, je mehr Peer-to-Peer-Verbindungen wir schaffen, desto mehr neue Geschäftsmodelle können wir auf dieses Netzwerk setzen“, erläutert Hinrichs. Derzeit setzt Xing neben dem Premiummodell auf Stellenanzeigen und Werbung. „Damit stehen wir noch relativ am Anfang. Gerade der Ausbau von weiteren B2B-Geschäftmodellen wird sehr schnell zeigen, wozu Xing noch in der Lage ist“, ist sich Hinrichs sicher.
Der Vorteil an dem Netzwerk liege in der Performance-Orientierung. Auf ihrer Startseite sehen Nutzer Jobangebote, die auf ihr Profil passen. Doch zahlen muss der Anbieter nur, wenn der Nutzer tatsächlich auf die Anzeige klickt. Ein Vorteil gegenüber dem Stellenmarkt in Tageszeitungen oder auf einschlägigen Internetseiten, bei denen pro Anzeige gezahlt werden muss. Damit können Unternehmen nach Ansicht von Hinrichs nicht nur Geld sparen, sie erreichen vor allem auch „latente Wechsler“, die nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job sind.
Das Geschäft mit Stellenanzeigen brachte dem Unternehmen in den ersten neun Monaten des Jahres bereit 3,07 Millionen Euro Umsatz zusätzlich zum Basisgeschäft mit den Premiummitgliedern – ohne „große Investitionen, Werbung oder Verkaufstrupps“, wie Hinrichs stolz betont.
Zu gut für Prognosen
Für das laufende Geschäftsjahr will der Xing-Chef keinen Ausblick wagen. „Dieses Geschäft ist so schnell, wir wollen die größtmögliche Flexibilität haben“. Analysten erwarten einen Umsatz von 33 bis 35 Millionen Euro und im Durchschnitt ein EBITDA von 12 Millionen Euro.
Quelle: Xing AG
http://www.finanzen.net/eurams/spezial/Hinrichs_Das_Geschaeft_machen_unsere_Kunden_163170
29.10.2008
Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Kreditklemme – was anderen Unternehmern Angstschweiß in die Stirn treibt, sieht Xing-Gründer Lars Hinrichs als Chance. „In der Krise braucht man Kontakte und die gibt es bei uns“, sagt er im Gespräch mit €uro am Sonntag Online.
Von Sabine Gusbeth
Von Krise ist bei dem börsennotierten Web 2.0-Unternehmen Xing keine Spur. Im Gegenteil, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender Lars Hinrichs stellt aktuell „einen Run auf die Plattform“ fest. Denn „in der Krise braucht man Kontakte und die gibt es bei uns“, so der Xing-Gründer. Das Netzwerk habe „noch nie so viele neue Nutzer gewonnen wie aktuell“.
Erstaunlich dabei ist, dass das Social Network nicht wie viele andere Internetfirmen seinen Umsatz aus Online-Werbung generiert, sondern über Premiummitglieder, die bereit sind 5,95 Euro im Monat zu bezahlen. Inzwischen zählt Xing als Marktführer in Europa über 6,5 Millionen Nutzer, davon mehr als eine halbe Million zahlende Mitglieder – die Haupteinkommensquelle des Unternehmens. Hinrichs sieht sich und sein Unternehmen damit als Krisengewinner. „Es gibt kein Quartal, in dem wir weniger Umsatz gemacht haben als im Vorquartal“, sagt der Chef des Social Networks. Im Oktober meldete das börsennotierte Web 2.0 Unternehmen ein neues Rekordergebnis: In den ersten neun Monaten dieses Jahres konnte Xing den Umsatz auf 25,09 Millionen Euro fast verdoppeln. Basis dafür sind die stetig steigenden Mitgliederzahlen. Hinrichs betont: „Wir sind ein Plattform-Dienstleister, das Geschäft machen unsere Kunden“.
Übernahmekandidaten werden immer billiger
Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Kreditklemme – all dies scheint den Xing-Chef nicht zu belasten. Sein Unternehmen sei schuldenfrei, generiere „einen gigantischen Cash-Flow und wir haben über 40 Millionen Euro auf der Bank“. Mit dem Geld, das das Unternehmen zur Verfügung habe, „können wir interessant kaufen und deutlich weniger ausgeben als vorher gedacht“. Er beobachte aufmerksam den Markt auf der Suche nach neuen Einnahmequellen und neuen Märkten in Europa, aber auch weltweit.
Vor Konkurrenten wie LinkedIn, dem großen US-Business-Netzwerk, das immer wieder den Einstieg in den deutschen Markt ankündigt, fürchtet sich Hinrichs nicht. „Wir haben das Netzwerk. Wir haben die Vernetzung der Mitglieder und wir haben ein funktionierendes Geschäftsmodell“, die Einstiegsbarrieren auf dem deutschen Markt seien damit hoch, so der Platzhirsch.
Neue Geldquellen
Neben den zahlenden Premiummitgliedern spielen bei Xing neue Geschäftsmodelle im B2B-Bereich eine wachsende Rolle. Den Anfang hat das Unternehmen in diesem Jahr mit der Einführung von Stellenanzeigen und Werbung gemacht. Doch auch hier ist die Geschäftsbasis das Netzwerk, die Xing-Mitglieder. „Je mehr Kunden wir haben, je mehr Peer-to-Peer-Verbindungen wir schaffen, desto mehr neue Geschäftsmodelle können wir auf dieses Netzwerk setzen“, erläutert Hinrichs. Derzeit setzt Xing neben dem Premiummodell auf Stellenanzeigen und Werbung. „Damit stehen wir noch relativ am Anfang. Gerade der Ausbau von weiteren B2B-Geschäftmodellen wird sehr schnell zeigen, wozu Xing noch in der Lage ist“, ist sich Hinrichs sicher.
Der Vorteil an dem Netzwerk liege in der Performance-Orientierung. Auf ihrer Startseite sehen Nutzer Jobangebote, die auf ihr Profil passen. Doch zahlen muss der Anbieter nur, wenn der Nutzer tatsächlich auf die Anzeige klickt. Ein Vorteil gegenüber dem Stellenmarkt in Tageszeitungen oder auf einschlägigen Internetseiten, bei denen pro Anzeige gezahlt werden muss. Damit können Unternehmen nach Ansicht von Hinrichs nicht nur Geld sparen, sie erreichen vor allem auch „latente Wechsler“, die nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job sind.
Das Geschäft mit Stellenanzeigen brachte dem Unternehmen in den ersten neun Monaten des Jahres bereit 3,07 Millionen Euro Umsatz zusätzlich zum Basisgeschäft mit den Premiummitgliedern – ohne „große Investitionen, Werbung oder Verkaufstrupps“, wie Hinrichs stolz betont.
Zu gut für Prognosen
Für das laufende Geschäftsjahr will der Xing-Chef keinen Ausblick wagen. „Dieses Geschäft ist so schnell, wir wollen die größtmögliche Flexibilität haben“. Analysten erwarten einen Umsatz von 33 bis 35 Millionen Euro und im Durchschnitt ein EBITDA von 12 Millionen Euro.
Quelle: Xing AG
http://www.finanzen.net/eurams/spezial/Hinrichs_Das_Geschaeft_machen_unsere_Kunden_163170