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View Full Version : Jedem Tierchen sein Pläsierchen


hinrichwpaul
27.08.2008, 16:38
Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Bastelfreunde, Rosenzüchter und Hundeliebhaber - für jeden gibt es im Web schon heute einen virtuellen Treffpunkt. Mit Hilfe von «Social Networks» soll das Internet zu dem werden, was es eigentlich sein sollte: ein weltweites Netzwerk.


Das Online-Netzwerk Facebook hat die Marke von 100 Millionen Nutzern geknackt. Der grössere Rivale MySpace, hat bereits über 200 Millionen Mitglieder. Diese Zahlen sind um so erstaunlicher, da auch Nischen-Angebote im Netz immer mehr Mitglieder gewinnen. Gerade die Exoten unter den Communities finden im Netz ihre Zielgruppe. Auch die schrägsten Netz-Gemeinschaften haben tausende von Mitgliedern.
Makramee und Peitsche
Ob Hobby-Köche, Rosenzüchter oder Hochseeangler - wer sich heute für ein bestimmtes Thema interessiert, findet dazu eine entsprechende Community im Web. So wendet sich Ernie mit seinem Espresso-Problem an das kollektive Wissen der Mitglieder von kaffee-netz.de: «An meiner Cuadra konnte ich heute eher Untypisches beobachen: Die Brühgruppe stieg nicht über 80°. Hat jemand einen Tipp?» Mit Fragen á la «Glaubst Du noch oder denkst Du schon?» sind Interessierte im Freigeisterhaus richtig. Das Motto in der total ungläubigen Community ist - wie könnte es auch anders sein - «Gott sei Dank bin ich Atheist».
Unchristlich geht es auch in anderen Internet-Regionen zu. «Bei Zeiten werde ich dich an die Leine nehmen, und du wirst mein kleines Hündchen.» Wer denkt, «LadyGold» sei Mitglied einer virtuellen Tiergmeinschaft, der täuscht sich. Sie hat ihr Profil in der Sklavenzentrale.de hinterlegt, dem Treffpunkt für Freunde von SM-Praktiken. Ebenfalls anknüpfen will auch Pezi24. Allerding in der eher unschuldig anmutenden Makramee-Gemeinschaft, von der sie wissen will: «Woher bekomme ich gewachstes Garn für die Herstellung von Makrameeschmuck?» Fragen, die die Webwelt bewegen.
Oberflächlich vernetzt
Trotz der enormen Wachtumszahlen virtueller Welten, wird die Vernetzung nach Ansicht von Zukunftsforscher Matthias Horx auch weiterhin unaufhaltsam an Intensität zunehmen: «Viele sind noch sehr oberflächliche Nutzer, die das Web wie ein Telefonbuch nutzen». Das Internet erscheint vielen schon heute als das alles dominierende Medium. Doch der Wissensschaftler relativiert den Eindruck: «Es dauert lange, bis sich eine reale Internet-Kultur entwickelt. Das hängt auch mit den Bildungsniveaus einer Gesellschaft zusammen, ihrer Zukunfts-Offenheit - und ihrer Bereitschaft, neue Kulturtechniken zu lernen.»


http://www.20min.ch/digital/webpage/story/23570989 27.08.2008